Pfarrer Robert Kümmert

Gründer, Vorbild, Wegweiser

Die Geschichte des St. Josef-Stifts ist ganz besonders mit einer Person verbunden: Pfarrer Robert Kümmert.

Am 3. März 1909 kam Robert Kümmert in Aschaffenburg zur Welt. Seine Eltern Johann und Katharina Kümmert waren nach seinen Worten „schlicht, gläubig und praktizierten diesen Glauben im Leben“. Während seiner Schulzeit war Robert Kümmert von seinen Religionslehrern tief beeindruckt. In seinen Memoiren schrieb er dazu 1979: „Es war zum dritten Mal ein Priester, von dem ich sagte – so willst du werden“. 1930 stellte sich Robert Kümmert im Priesterseminar in Würzburg vor. An seinem 26. Geburtstag im Jahre 1935 empfing er aus der Hand von Bischof Matthias Ehrenfried die Priesterweihe.

Pfarrer Kümmerts Leben war von einer schwierigen Seelsorgetätigkeit während des Nationalsozialismus (1935 bis 1945), einer lebendigen Caritasarbeit im zerstörten Würzburg (1945 bis 1969) und von einer fundamentalen Neuorientierung im Bereich der Behindertenhilfe (ab 1963) geprägt. Zwei Mal in seinem Leben baute er dazu einen Verein von Grund auf neu auf: den Caritasverband der Diözese Würzburg und das St. Josefs-Stift Eisingen. Nach seinem Lebensmotto „Was mir an Aufgaben vor die Füße gelegt wird, das packe ich an“ scheute er sich nicht, mit nur wenigen Mitarbeitern und keinerlei finanziellen Rückhalt große Projekte anzugehen. Gerade seine Verbindlichkeit überzeugte und begeisterte die Menschen: „Er hat nicht lange gefragt, sondern gleich mitgemacht“. So erinnern sich seine Weggefährten vor allem an die vielen Kleinigkeiten, mit denen Pfarrer Kümmert sie überraschte und die seine Person – trotz mancher Kanten – so liebenswert und einzigartig machte.

Im Laufe seines Lebens sind Robert Kümmert zahlreiche Ehrungen zu teil geworden, unter anderem der Silberne Brotteller des Deutschen Caritasverbandes, die Bayerische Verdienstmedaille und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Die Errichtung des St. Josef-Stifts und seine pädagogisch inhaltliche Ausrichtung war Pfarrer Kümmerts große Lebensaufgabe. Am 13. November 1991 verstarb der Wegbereiter der Behindertenhilfe und unermüdliche Streiter für die Anliegen körperlich und geistig behinderter Menschen nach einem Schlaganfall im Alter von 82 Jahren. Ihm zu Ehren wurde zehn Jahre nach seinem Tod die Straße in Eisingen, die zum St. Josef-Stift hinaufführt, nach ihm benannt.